Zum Artikel "Erst Kopftuch, nun das Kreuz" und "Kreuz,
Kippa, Kopftuch" der Rheinischen Post vom 02. April 2004
(Das aufgedrückte politische Symbol & das Christentum)
Mit politischen Symbolen hat das Kopftuch nur insoweit zu tun, als es
seitens der Islamgegner zu einem solchen instrumentalisiert worden ist.
Eine Frau, die aus Überzeugung ihre Reize verhüllen und selbst
entscheiden will, für wen sie den Blick auf ihren Körper freigibt,
steht nicht unter, sondern über den Männern. Wenn sich somit
Muslimas nicht auf Äußerlichkeiten reduzieren lassen wollen,
dann hat das nichts mit Unterdrückung, sondern vielmehr Emanzipation
zu tun.
Und dass die Frau anstatt Gott dem Mann unterstellt ist, steht nicht
im Quran, wohl aber in der Bibel (1. Kor 11). Sollte etwa jenen Kreisen,
die bezüglich des Verbots aller religiösen Symbole in öffentl.
Einrichtungen auf die Wahrung "christlicher Wurzeln" pochen,
entgangen sein, dass selbst Maria, die Mutter Jesu, Kopftuchträgerin
war? Tatsächlich braucht der Islam eine Prüfung seiner Verträglichkeit
mit der westlich-demokratischen Werteordnung nicht zu fürchten.
Fraglich ist allein, ob manche sog. Muslime tatsächlich den wahren
Islam (=Frieden) leben.
Quelle: Rehana Akhtar
Zum Artikel "Verbot von Kreuz und Kopftuch" der Berliner
Morgenpost
(Mal eben die Bluse aufknüpfen)
Von einer Muslimin zu verlangen, das Kopftuch abzulegen, würde
damit gleich kommen, von einer Nicht-Muslimin zu verlangen, ihre Bluse
mal eben aufzuknüpfen. Es ist erfreulich, dass Frauen in Deutschland
schon über so viele Rechte verfügen. Bedauernswert ist es
aber, dass Frauen nicht uneingeschränkt das Recht darüber
haben, selbst zu bestimmen, wem sie ihre körperlichen Reize zeigen
möchten und wem nicht.
Quelle: Yasemin Önder
Zum Artikel im Wochenmagazin "Der Spiegel"
(Aufklärung der Muslime)
Wenn Muslime bis heute keine Aufklärung durchlaufen haben, dann
liegt dies weniger am anachronistischen Koran - dort wird Hunderte von
Malen zum Studieren, Beobachten, Nachdenken aufgefordert. Überlieferungen
zufolge sei der Erwerb von Wissen Pflicht für muslimische Männer
und Frauen und die Tinte eines Wissenschaftlers "mehr wert als
das Blut eines Märtyrers".
Vielmehr liegt es möglicherweise eher daran, daß die Lehren
des Koran, im Gegensatz zur Bibel, nicht im Widerspruch zu wissenschaftlichen
Erkenntnissen stehen. Wußten Sie, daß im Koran z.B. zu lesen
ist, daß die Himmelskörper dereinst gasförmig waren,
daß sich das Unversum ausdeht und die Sonne nicht fix ist?
Quelle: Verfasser des Leserbriefes